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AG 60 plus Thüringen

Das vorwärts Liederbuch

 

Brüder, zur Sonne, zur Freiheit,
Brüder, zum Lichte empor!
//: Hell aus dem dunklen Vergangnen
leuchtet die Zukunft hervor.: //

Seht, wie der Zug der Millionen
endlos aus Nächtigem quillt,
//: bis euer Sehnsucht Verlangen
Himmel und Nacht überschwillt.: //

Brüder, in eins nun die Hände,
Brüder, das Sterben verlacht!
//: Ewig der Sklaverei ein Ende,
heilig die letzte Schlacht.: //

Worte: Leonid P. Radin, deutsch: Hermann Scherchen (1891-1966).
Weise: Russische Volksmelodie.
Der junge Revolutionär Leonid Petrowitsch Radin schrieb den Text des Liedes 1897 in einer Moskauer Kerkerzelle. In russischer Kriegsgefangenschaft lernte der Dirigent Hermann Scherchen das Lied kennen und übersetzte den Text. Es hatte in den beiden russischen Revolutionen von 1905 und 1917 eine bedeutende Rolle gespielt, bevor es nach erstmaligem Vortrag am 21. September 1920 in Berlin zum wichtigsten Lied der deutschen Arbeiterbewegung wurde. Als Dirigent von Arbeiterchören trägt Scherchen zu seiner Verbreitung bei. Die Melodie geht auf eine alte russische Volksweise zurück. Es wirbt für den Zug von Millionen unterdrückter Arbeiter in die letzte, die heilige Schlacht für die Freiheit in einer leuchtenden Zukunft.

Die Internationale

Wacht auf, Verdammte dieser Erde,
die stets man noch zum Hungern zwingt!
Das Recht, wie Glut im Kraterherde,
nun mit Macht zum Durchbruch dringt.
Reinen Tisch macht mit dem Bedränger,
Heer der Sklaven, wache auf!
Ein Nichts zu sein tragt es nicht länger,
alles zu werden, strömt zuhauf!

Völker, hört die Signale,
auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht! Völker,
hört die Signale,
auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale erkämpft das Menschenrecht!

Es rettet uns kein höh'res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun.
Uns aus dem Elend zu erlösen,
können wir nur selber tun.
Leeres Wort: Des Armen Rechte!
Leeres Wort: Des Reichen Pflicht!
Unmündig nennt man uns und Knechte!
Duldet die Schmach nun länger nicht!

Völker, hört die Signale ...

In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute,
wir sind die stärkste der Partei'n.
Die Müßiggänger schiebt beiseite!
Diese Welt muss unser sein!
Unser Blut sei nicht mehr der Raben
und der nächt'gen Geier Fraß!
Erst wenn wir sie vertrieben haben,
dann scheint die Sonn' ohn' Unterlass!

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Die Internationale ist das Lied der Pariser Commune von 1871.
Am 18. März 1871 errichteten Arbeiter und radikale Kleinbürger die Commune, die als erster Versuch einer Arbeiterrepublik in der Geschichte bezeichnet werden darf. Die Commune setzte tiefgreifende Reformen durch, wie zum Beispiel Gleichberechtigung der Frau, proletarische Volksmiliz, Arbeitergesetzgebung, Preiskontrollen, Schulpflicht. Die Pariser Commune wurde nach zwei Monaten am 28. Mai 1871 mit Hilfe preußisch-deutschen Militärs blutig niedergeworfen.

Eugene Pottier (1816-1887) schrieb die Internationale auf der Flucht vor den Versailler Truppen nach der Blutwoche der Pariser Commune 1871. Noch in der Niederlage verstand er die Commune als Beginn des letzten Kampfes, der zur Befreiung der Menschheit führen wird. In seinem Text werden vier Jahrzehnte erlebte Geschichte der französischen Arbeiterbewegung verdichtet und zur Antwort auf die vorläufige Niederlage der ersten Selbstregierung geprägt: nur der Aufstand der Arbeiter eröffnet den Ausblick auf die freie Welt. 17 Jahre später, im Jahre 1888, wurde sie von Pierre Degeyter, Drechsler und Chormeister eines Arbeitergesangvereins, in Lilie, vertont. Durch seine Aufführung auf dem internationalen Sozialistenkongress 1910 in Kopenhagen wurde das Lied weltweit bekannt.

1918-1944 war die Internationale offizielle Staatshymne der Sowjetunion. Von den zahlreichen deutschen Nachdichtungen setzte sich die Fassung von Emil Luckhardt durch. Luckhardt sang im Wuppertaler Arbeitergesangverein Proletaria, dessen Chorleiter nach einer deutschen Fassung der Internationalen suchte. Durch Gymnasiumsbesuch verfügte Luckhardt über Französisch-Kenntnisse, die ihm die kongeniale Übersetzung ermöglichten. Luckhardt fiel im Ersten Weltkrieg schon am 5.11.1914.

Aus : Das vorwärts Liederbuch
© vorwärts buch Verlag, Stresemannstraße 30, 10963 Berlin
ISBN 978-3-86602-907-1

Auswahl : Wolf-Dietrich Waack

 
 

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