AG 60 plus Thüringen

Arno Gross

Parteileben

Ein aufrechter Gerarer Sozialdemokrat

Im vogtländischen Greiz am 14.April 1889 wurde Paul Arno Groß als Sohn des Fabrikarbeiters Paul Christian Groß und seiner Ehefrau Karoline Minna geboren. Er fand seine familiäre und berufliche Zukunft bald im damals reußischen Gera. Hier schloss er am 5 Januar 1919 mit der Verkäuferin Maria Ida Helene Wolf aus Roben den Bund der Ehe. Von Beruf Feinmechaniker und Optiker kam er bald mit den sozialpolitischen Wirren seiner Zeit in Berührung. Er beteiligte sich mit an der Niederschlagung des Kapp-Putsches 1920. So war es nur folgerichtig, dass er als Vorstandsmitglied der Geraer SPD im Jahre 1924 das Reichsbanner, die sozial-demokratische Wehrorganisation, mitbegründete und ab 1931 dessen Kreisleiter wurde. Seine Frau unterstützte seine Tätigkeit dahingehend, dass sie Frauenleiterin im Arbeitersamariterbund und zusätzlich aktiv in der Arbeiterwohlfahrt tätig war. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden noch rechtzeitig Vorbereitung für die illegale Arbeit der SPD in Gera unternommen. So konnte das vorhandene Barvermögen von 3 000 RM noch sichergestellt werden. Die Verfügung oblag dem Trio Arno Groß, Herbert Pfister und Karl Wetzel. 1946 waren davon noch 660 RM vorhanden.

Schon im April 1933 wurde Arno Groß wie viele andere Funktionäre von Parteien und Vereinigungen in "Schutzhaft" nach Bad Suiza verbracht. Nach seiner Freilassung führte er jedoch den illegalen Kampf mit verbotenen Zeitschriften aus der Tschechoslowakei weiter (Diese wurden damals sämtlich im sudetendeutschen Graphia Verlag in Karlsbad gedruckt.). Dafür wurde er erneut zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Bis 1939 wurde er 7-mal in Haft genommen. In dieser für sie aussichtslos erscheinenden Lage beging seine Frau infolge seelischer Depression Selbstmord, während Arno Groß noch 4 Jahre im KZ Buchenwald zubringen musste.

Nach Kriegsende wurde Arno Groß nach dem Einmarsch der amerikanischen Armee Kreispolizeiführer und stellvertretender Landrat. Nach der Wiederzulassung von Parteien war er Mitbegründer der SPD, deren Kreisvorsitzender er nun wurde. Zur Schwächung des sehr starken SPD-Einflusses in der Verwaltung wurde er Ende 1945 von den sowjetischen Behörden seiner Ämter enthoben. Er war nun Kreissekretär der SPD. Beruflich war er Geschäftsführer in einer optischen Werkstatt.

Der Zwangsvereinigung mit der KPD konnte er sich offenbar nicht mehr ernsthaft widersetzen. Er trat der neu geschaffenen SED bei, behielt aber Verbindung zur alten SPD. Dies sollte ihm dann auch am 15. März 1949 zum Verhängnis werden, als er die von der Berliner SPD bezogene Schriften verteilte. Mit 23 weiteren Geraer ehemaligen SPD-Genossen erfolgte die Verhaftung durch das NKWD. Darunter waren solche bewährten Genossen und Genossinnen wie Alfred Hanussa, Fanny Hörn, Otto Böttcher, Hilmar Cyranski, Rolf Wegel, Viktor Vizek und Witla Matsun, die bereits während der Weimarer Republik die Demokratie verteidigten, während der NS-Zeit Widerstand leisteten und sich der Zwangsvereinigung mit der KPD zu entziehen versuchten. Sie alle erhielten von dem Besatzertribunal 25 Jahre Haft, von denen 7 Jahre verbüßt werden mussten. Die diese Zeit überstanden, starben bald an den Folgen der unmenschlichen Behandlung. Arno Groß überstand, diese Zeit nicht. Er verstarb am 12. Dezember 1953 in der Haftanstalt Bautzen.

Ehre seinem Andenken

Diese politische Biografie wurde erstellt aus dem politischen Lebenslauf seines Sohnes Erich Groß vom 25 Jan. 1949 in Berlin, - den Angaben des Kurt-Schumacher-Kreises Berlin vom 29.Mai 2001, - der Häftlingskartei Bautzen und dem Stadtarchiv Gera, - Der sozialdemokratische Widerstand in Gera - am Beispiel Herbert Frister, Dieter Bauke, Juli 1997.

Zusammengestellt von Friedrich Patzelt i. A. der SPD Gera, Dez. 2011 -
Vorstandsmitglied des Landesverbandes AG 60plus Thüringen

 
 

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