AG 60 plus Thüringen

Presseartikel zur Ausstellung "Otto Pietzak"

Allgemein

Auszüge aus "Eisenach-Online" und "Thüringer Landes-Zeitung"
vom 4. September 2013

Bilder von Otto Pietzak im «Goldenen Löwen» in Eisenach zu sehen

Eisenach – Ein «Zeichner der spitzen Feder», der Künstler Otto Pietzak. Eine Auswahl der Bilder eines «zeitkritischen Begleiters aus Sicht der kleinen Leute» ist bis zum 27. September 2013 in der Gedenkstätte «Goldner Löwe» in Eisenach (Marienstraße) zu sehen.

Die Ausstellung unter der Überschrift «Mühselige und Beladene - heute» wird von der AG 60 plus anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der SPD präsentiert.

Der Künstler, am 21,02.1924 in Ostpreußen geboren, kam als 21-Jähriger nach Emmerstedt bei Helmstedt, wo er bis zu seinem Tode 1989 wirkte. Otto Pietzak, ein behinderter Mensch, ein Autodidakt, zeichnete zunächst sozialkritische Federzeichnungen mit humanistischer Tendenz, ab 1990 traten verstärkt Werke in Farbe hinzu, Öl, Aquarelle, Pastellkreide und Acryll.

Während einer kleinen Eröffnungsveranstaltung führte Dr. Eberhardt Beichler (Pfarrer im Ruhestand) in die Ausstellung ein, verwies auf die vier Themenbereiche: Ungleich verteilte Lasten - Menschen im Hunger und Überfluss. Die Kreuzigung findet immer noch statt - Opfer von Gewalt und Unrecht. Abgewandte Blicke - Übersehene und Alleingelassene. Schritte der Hoffnung - Auf dem Weg in eine neue Welt.

Michael Klostermann von der August-Bebel-Gesellschaft, der Trägerin des «Goldenen Löwen» und zugleich der SPD-Kandidat des hiesigen Wahlkreises zur am 22.09.2013 anstehenden Bundestagswahl, würdigte das Wirken von Otto Pietzak und brachte seine Freude über das Zustandekommen der Ausstellung in Eisenach zum Ausdruck.

Auf bekannte scharfzüngige Weise stellte Dr. Wolfgang Schenk, ebenfalls Pfarrer im Ruhestand und in der Kommunalpolitik engagiert, den Bezug der Werke des Künstlers zur Gegenwart her und fand dafür bei den Gästen der Ausstellungseröffnung viel Beifall. «Zupacken schafft Zukunft» unterstrich Dr. Wolfgang Schenk. Schon am ersten Tag fand die Ausstellung viele interessierte Besucher.

Das Bild «Bitte leise, Oma schläft» stand bei fast allen Gästen hoch im Kurs.

Die überaus empfehlenswerte Ausstellung ist bis zum 27.09.2013 in der Gedenkstätte «Goldener Löwe» in Eisenach, Marienstraße 57. Montags bis freitags von 10.00 bis 16.00 Uhr zu sehen. (lev/rbr)

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Auszug aus Thüringer Landes-Zeitung 4.9.2013

Sozialkritik mit leiser Hoffnung
Ausstellung von Zeichnungen von Otto Pietzak im „Goldenen Löwen" zu sehen

Von Jensen Zlotowicz

Eisenach. Den kleinen Leuten setzt Otto Pietzak ein Denkmal Wie der zeitkritische Begleiter und Autodidakt das tut, das ist derzeit in einer Ausstellung sei «er Zeichnungen in der SPD Gedenkstätte „Goldener Löwe" in Eisenach zu sehen. Anlast; ist das Jubiläum 150 Jahre Sozialdemokratie, „Mühselige und Beladen« - heute" titelt die Exposition. Der Künstler stellt jene Menschen in den Mittelpunkt.

Pietzaks Zeichnungen sprechen für sich selbst. Wer sie aber noch besser verstehen will, muss die Vita des 1989 gestorbenen Künstlers kennen. 1924 in Ostpreußen geboren ist er als Zwischenkriegsjahrgang ein Mensch ohne Kindheit, ein Flüchtling mit einem Unfall und Behindertenschicksal dazu. In ein Dorf in Niedersachsen an der Grenze zu Sachsen-Anhalt hatte es ihn verschlagen.

20 jähre lang zeichnete Otto Pietzak für die Schublade, referierte Dr. Eckehart Beichler, Freund und Wegbegleiter des Künstlers, Pfarrer in Ruhestand und SPD-Genosse. Die erste Kunstausstellung, die der introvertierte Pietzak gesehen hatte, sei seine eigene gewesen. „Er lebte vor allem mit seiner Kunst. Und in ihr", weiß Beichler.

Was seine Zeichnungen widerspiegeln: er war ein unglaublich feinfühliger Beobachter des Zeitgeschehens. Gewalt, Leid, Unrecht verletzten ihn immer ganz persönlich. Die Ausstellung zeigt anklagende Bilder gegen den Krieg und Unterdrückung, aber auch seelenlose Betonlandschaften der reichen Länder, zerstörte Umwelt. Die in den 70er und 80er jähren entstandenen Bilder haben wohl den Stempel dieser Zeit, dennoch wirken sie bisweilen fast prophetisch für die Gegenwart, das Jahr 2013 - und vielleicht auch für die Zukunft.

Seine Zeichnungen sind ein Spiegel eines tief verankerten Humanismus. Hin und wieder schimmert ein christlicher Hintergrund durch. Vier Themengebiete umreißen die Ausstellung: - Ungleich verteilte Lasten - Menschen und Hunger im Überfluss; - Die Kreuzigung findet immer noch statt - Opfer von Gewalt und Unrecht; Abgewandte Bilder - Übersehene und Alleingelassene und Schritte der Hoffnung - Auf dem Weg in eine neue Welt.

Die Federzeichnung Pietzaks beschäftigt sich mit einem allgemeinmenschlichen Problem, das heute besonders aktuell ist und der Gesellschaft wie kaum ein anderes zu schaffen macht: Gleichgültigkeit gegenüber menschlichem Leid. Und vielfach bei Pietzaks Werken spielen die Augen der dargestellten Personen eine entscheidende Rolle.
„Mühselige und Beiadene - heute", die Ausstellung verblüfft und beeindruckt und sie entsetzt mitunter. Nicht wegen der Themen, sondern vor allem, weil die Gesellschaft auch etwa 30 Jahre nach der Entstehung der meisten Zeichnungen noch mit den selben Problemen zu kämpfen hat. Eckehart Beichler meint: „Das Entscheidende muss jeder selbst sehen". Denn die Bilder sind offen für eigene Deutungen.

Die Ausstellung ist bis zum 27. September, von Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr zu besichtigen.

(gefunden und gelesen von Wolf-Dietrich Waack)

 
 

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